Grundausbildung

 Begleitetes Malen / Personenorientierte Maltherapie / Kunsttherapie

nach Dr. phil. Bettina Egger            Leitung am MIHK: Katina Kalpakidou

Unsere Ausbildung beginnt mit einer in sich abgeschlossenen zertifizierten Grundstufe, mit der Sie als MalleiterIn/ AtelierleiterIn tätig werden können, und Kinder und Erwachsene beim Erstellen ihrer Bilder begleiten können. Gleichzeitig erwerben Sie mit der Grundausbildung die Voraussetzung, sich bis hin zur Lösungsorientierten LOM®-Traumatherapie weiter zu qualifizieren.

Sie finden hier also eine Ausbildung, die Ihnen Aufbaumöglichkeiten bietet, je nach Ihren Bedürfnissen und Interessen.

 
 

   
   

Maltherapie nach Bettina Egger

Bettina Egger ist Pionierin in der Maltherapie, und genießt für ihre kunsttherapeutische Arbeit und ihre Veröffentlichungen großes Ansehen. Bereits in den 60er Jahren hat sie bei Arno Stern in Paris erste Erfahrungen gemacht. Arno Stern hat entdeckt, dass Malen in einem besonderem Atelier, etwas Besonderes hervorbringt. So werden z.B. Eindrücke von Außen vermieden. Zudem stellt er keine Aufgaben und spricht nicht über die Bilder – auch nicht lobend. Bettina Egger hat davon ausgehend ihre hochwirksame maltherapeutische Methodik entwickelt.

Wesentlichste Grundlage ihrer Arbeit und Forschung ist, das Malen als Prozess der Selbsterfahrung und Selbstfindung zu verstehen, statt Bildinhalte unter entwicklungspsychologischen Gesichtspunkten zu interpretieren und einzuordnen. Bemerkenswert ist die große und tiefe Wirksamkeit dieser Mal-Arbeit, die Menschlichkeit der Methode, und die Nähe der Bilder und des Malens zu unserer ureigenen Art, die Welt zu entdecken, zu erleben, zu verarbeiten und zu gestalten.

 

Mit zunehmender Kenntnis der heilenden Aspekte von Malen und Bildern, hat sich die Methode immer weiter erweitert und verfeinert. Vor allem der direkte weiterführende Umgang mit Gedanken und Gefühlen ist eine Spezialität dieser Arbeit.

Es geht um das Malen von Bildern, die bewegen. Nicht um Bilder, die etwas bedeuten.

Begleitetes Malen / Personenorientierte Maltherapie ist eine eigenständige Therapieform, bei welcher also direkt am Bild und zusammen mit den Malenden während dem Malen gearbeitet wird.
Bilder sind Sinn-Bilder, sie haben unmittelbar mit den Sinnen des Menschen und seinem Lebenssinn zu tun. Das Ziel des Begleiteten Malens ist es, die Kreativität in den Malenden zu fördern und ihnen die Gelegenheit zu geben, neue Lebensentscheidungen zu treffen und zu üben. (Bettina Egger)

Die maltherapeutische Arbeit umfasst drei Ebenen (nach Bettina Egger):

Die Arbeit am Bild (Form, Ästhetik, Geschichte)
Unsere Methodik des Begleiteten Malens stellt sich darauf ein, den heilenden Aspekt des Sinnbildes zu verstärken. Den Malenden wird die Möglichkeit angeboten, ihre Bilder zu schaffen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Der bildnerische Prozess wird nicht auf ein vorgegebenes Thema eingeschränkt. Weder Motive noch Gefühle werden zur Bearbeitung vorgeschlagen, denn das Sinnbild ist eigenständig. Das Bild ist weder Illustration einer Pathologie, noch hat es eine verborgene Bedeutung, die nur der Therapeutin ersichtlich ist. Die Inhalte werden als solche verstanden, nicht als Symbole für etwas anderes: "Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose" (Gertrude Stein). Bilder werden nicht er-klärt, sondern ge-klärt.

Die Arbeit am Prozess (Weg, durch den die Malenden zum Bild kommen)
Wir gehen von der Annahme aus, dass die Malenden das Erstellen der Bilder auf die gleiche Art und Weise bewältigen wie das Leben. Der Therapie-Prozess entfaltet sich daher um die unmittelbare Realität des Bildes. Es gibt keine verbalen Erklärungen und Entschuldigungen: nur so, wie es gemalt ist, ist es gemalt, was nicht gemalt ist, ist nicht gemalt. Aufgrund dieser Realität besteht die Möglichkeit, Entscheidungen zu überprüfen, Vermeidungen und Blockierungen zu erkennen und neue Lösungen zu finden und zu üben. Die Malenden entwickeln ihre Kreativität, lernen, neue Schritte zu riskieren und gewinnen besseren Kontakt zur Realität.

Die Arbeit an der Beziehung (Kontakt zu sich und zur Umwelt)
Wir verstehen die Beziehung zwischen MaltherapeutIn und Malenden als eine spezielle Lebenssituation, in der sich die üblichen Beziehungsmuster, auch aus dem Alltag der Malenden, erfahren lassen. In der Auseinandersetzung mit dem/der MaltherapeutIn können sich die Malenden über ihre wirklichen Bedürfnisse klar werden. Die Malenden werden aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen und Kontakt zu finden, ohne sich dabei selbst aufzugeben.


Die Ausbildung

Begleitetes Malen / Personenorientierte Maltherapie

Mit der Grundstufe absolvieren Sie eine in sich abgeschlossene zertifizierte Ausbildung, die Sie befähigen soll, Erwachsene und Kinder beim Malen zu begleiten. LeiterInnen im Begleiteten Malen / Personenorientierter Maltherapie sind LernbegleiterInnen. Sie regen die Kreativität der Malenden an, begleiten die Malenden auf dem Weg zum Kontakt mit ihren Bildern und unterstützen das Bild und das vitale Bedürfnis der Malenden zur Selbstentfaltung.

Sie können mit dem Abschluß der Grundausbildung ein eigenes Atelier aufbauen oder Gelerntes in verschiedensten Institutionen zum Einsatz bringen, z.B. in Kindergärten, Schulen, div. Praxen und an vielen anderen Orten.

Die Ausbildung richtet sich an Interessierte, bevorzugt in pädagogischen, heilpädagogischen, künstlerischen oder psychosozialen und -therapeutischen Berufen, die Menschen beim Erstellen hilfreicher Bilder unterstützen möchten.

Teilnahmevoraussetzungen

  • Abgeschlossene Berufsausbildung eines pädagogischen, therapeutischen oder künstlerischen Berufes oder abgeschlossenes Studium oder Äquivalent
  • Mindestalter 23 Jahre
  • Eigenverantwortliche realistische zeitliche und finanzielle Planung der Ausbildung
  • Eigenverantwortliche Einschätzung der persönlichen Eignung, Belastbarkeit und sozialen Kompetenz für die Ausbildung

Die Grundausbildung besteht aus einer Orientierungsstufe

  • einem Informationstag am MIHK
  • 20 Maleinheiten (1 ME = 2,5 Std. Begleitetes Malen = individuelle Arbeit in einer kleinen Gruppe) in einem vom MIHK anerkannten Ausbildungsatelier - davon mindestens 10 Maleinheiten vor der Teilnahme am Orientierungswochenende / davon mindestens 4 Maleinheiten im MALZEIT-Atelier in Münster
  • einem Orientierungswochenende am MIHK

In der Orientierungsstufe, die ca ½ Jahr Zeit braucht, haben InteressentInnen die Möglichkeit, sich zu informieren, das Begleitete Malen und die Ausbildungsleiterin kennen zu lernen und eine Entscheidung zu finden. Die Teilnahme ist Voraussetzung für die Aufnahme in die Grundausbildung.

und der Grundstufe, die über den Zeitraum von 2 Jahren folgendes beinhaltet:

  • 10 Kursblöcke von Freitag 14.30 Uhr bis Sonntag 16.30 Uhr
  • 8 - 10 Lerngruppentreffen à 1 bis 2 Tage (4er-Gruppen, die sich zwischen den Ausbildungsblöcken treffen, Literatur und anhängende Themen und Aufgaben bearbeiten)
  • 2 Supervisionen mit der Lerngruppe (3er Gruppe min. 90 Min, 4er Gruppe min. 120 Min)
  • ausbildungsbegleitend 30 Maleinheiten in Begleitetem Malen in einem vom MIHK anerkannten Ausbildungsatelier bei mindestens 2 verschiedenen MalleiterInnen
  • wenn möglich eigenes Malleiten im beruflichen Umfeld oder einem anderen geeigneten Zusammenhang / ausbildungsbegleitend
  • 60 Stunden Praktikum - davon 40 Stunden in einem methodenfremden kunsttherapeutischen Zusammenhang und 20 Stunden begleitetes Praktikum, also unter Anleitung einer vom MIHK anerkannten Praktikumsleiterin Anmeldeunterlagen
  • Der 10. Kursblock ist zugleich der Ausbildungsabschluß. Die AusbildungsteilnehmerInnen schreiben eine Abschlußarbeit (7 - 12 Seiten). Der erfolgreiche Abschluß wird mit einem Zertifikat bestätigt.

Von den TeilnehmerInnen wird erwartet, dass sie sich auf einen persönlichen, intensiven Lern- und Veränderungsprozess einlassen wollen und können.

Die KursteilnehmerInnen sind während ihrer Ausbildungszeit sowohl Malende als auch MalleiterInnen und können damit an sich selbst ihr persönliches Wachsen und Lernen erleben. In der Auseinandersetzung mit den KursleiterInnen und der Gruppe finden die Teilnehmenden von Anfang an zu ihrem eigenen Arbeitsstil, und das eigene Malen und Leiten bietet grosse Möglichkeiten zum Üben und Verstehen der maltherapeutischen Grundhaltung.

Lerninhalte

  • praktisches und fundiertes Kennenlernen der Methode BEGLEITETES MALEN als Malende und MalleiterIn
  • Die Entwicklung des bildnerischen Ausdrucks
  • ausgewählte pädagogische Grundlagen zur Arbeit mit Kindern
  • Wahrnehmungsübungen zur Einübung ganzheitlichen und kreativen Sehens
  • Metaphern und Analogien in der Atelierarbeit
  • Ateliereinrichtung, Rahmenbedingungen, Materialien, Atelierregeln
  • Die humanistische Psychologie und ihre Bedeutung für die Haltung beim Begleiteten Malen
  • Wichtige Interventionstechniken (Aktives Zuhören, Spiegeln u.a.) werden praxisnah vermittelt
  • Die Bild-, Prozess-, und Beziehungsebene werden einzeln und in ihrem Zusammenspiel kennen gelernt
  • Zwischenmenschliche Kommunikation und Umgang mit Beziehungen
  • Einblick in die Zusammenhänge der Spiegelneuronen und der Resonanzphänomene

 

Lerngruppen
In den Lerngruppen werden fachliche Themen im gemeinsamen autonomen Studium bearbeitet.

Selbststudium
Es wird erwartet, dass sich die Teilnehmenden im Selbststudium intensiv mit den Büchern der Literaturliste und angrenzenden Interessensgebieten auseinandersetzen.

Eigenes Leiten
Da die Ausbildung praxisorientiert ist, arbeiten die Teilnehmenden - soweit möglich - bereits während der Ausbildungszeit selbständig in der Funktion als MalleiterIn in einer angemessenen Umgebung. Das MIHK bietet bei Bedarf Übungsmöglichkeiten, Praktikumstage und Supervision.

Abschluss
Die in sich abgeschlossene Grundausbildung bestehend aus Orientierungsstufe und Grundstufe, wird mit einem Zertifikat bestätigt.

 

 


Anmeldeunterlagen